Praktika, Ausbildungen & Hochschulen

Welche Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es für Schutzsuchende? Wie sieht es mit der Anerkennung ausländischer Abschlüsse aus? Und was muss ich als Arbeitgeber beachten? Infos und Links dazu finden Sie hier …

Berufsschule

„Ältere Jugendliche unterliegen der Berufsschulpflicht bis zum Ende des Schulhalbjahres, in dem das 18. Lebensjahr vollendet wird. Sie gehen in sogenannte Berufseingangsklassen (BEK) und in ein ‚Ausbildungsvorbereitendes Jahr’ (AVJ). Hier erhalten sie in der Regel zusätzlich sozialpädagogische Betreuung und DaZ-Unterricht auf unterschiedlichem Sprach-Niveau. Das AVJ kann unabhängig von der Berufsschulpflicht besucht bzw. wiederholt werden, wenn eine vergleichbare Maßnahme bisher nicht erfolgreich war. Primäres Ziel ist es, die jungen Menschen ausbildungsfähig zu machen. Wenn sie dann einen Ausbildungsplatz haben, unterliegen sie der Berufsschulpflicht und nehmen am Berufsschulunterricht teil.“ Quelle: schleswig-holstein.de

Beruf und Sprache (BUS)

Die BQG, eine Gesellschaft des Kreises Herzogtum Lauenburg, bietet zertifizierte BUS-Integrationskurse für Flüchtlinge an, die entweder eine Bleibeperspektive oder einen Asylstatus haben. Im ersten Fall ist für die Anmeldung ein Beratungstermin bei der Agentur für Arbeit nötig – im zweiten erfolgt die Anmeldung über das Jobcenter.

Bei Bewilligung erhalten die Interessenten einen Bildungsgutschein, anhand dessen sie über die BQG über einen Zeitraum von drei Monaten unterschiedliche Berufsfelder erproben. Begleitend erfolgt ein berufsbezogener Deutschkurs. Ziel ist die Überleitung in Arbeit oder Ausbildung, insbesondere bei jüngeren Menschen. Darüber hinaus hilft die BQG auch bei der Nachholung eines allgemeinen Schulabschlusses.

Ferner offeriert die BQG Ratzeburg gemeinsam mit der Arbeitsagentur das Fortbildungsprogramm „Mit Leistung integrieren: Meiner Arbeit ist etwas wert – ich bin etwas wert!“ Es richtet sich an jene, die bereits einen Aufenthaltstitel haben und beim Jobcenter gemeldet sind.

BQG Personalentwicklung | Max-Planck-Str. 13 | 23909 Ratzeburg | Homepage

Anerkennung bestehender Qualifikationen

Bereits bestehende Qualifikationen von Flüchtlingen können meist nicht ohne Weiteres sinnvoll für den Arbeitsmarktzugang verwendet werden, es bedarf häufig einer offiziellen Anerkennung. Informationen, Ansprechpartner und Hilfsangebote dazu finden Sie unter anderem auf folgenden Seiten:

Anerkennung von Berufs- bzw. Studienabschlüssen

Auf der Internetseite Anerkennung in Deutschland des Bundesministeriums für Bildung und Forschung wird das Verfahren zur Anerkennung ausführlich erläutert.

Fördermaßnahme "Zuschuss für die Berufsanerkennung"

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die Anerkennung von Abschlüssen finanziell. Unter welchen Voraussetzungen diese Förderung abgerufen werden kann und wie das entsprechende Verfahren abläuft, ist hier erläutert.

Zentrale Beratungshotline

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge bietet eine zentrale Erstberatungshotline an. Unter der Telefonnummer 030 1815 1111 (Mo – Fr, 9:00 – 15:00Uhr) erhält man Informationen über die verschiedenen Verfahren und Ansprechstellen in der Nähe. Die Beratung kann auf Deutsch oder Englisch erfolgen.

Hochschulen / Universitäten

Kostenfreie Online-Kurse der Fachhochschule Lübeck

Die Plattform „Integration Oncampus“ bietet deutsche und englische Online-Kurse zu beruflichen Themen – kostenlos und frei zugänglich ohne den Nachweis von Zertifikaten oder Zeugnissen. Im Angebot sind u.a. Themen wie Betriebs- oder Volkswirtschaftslehre, Wirtschaftsinformatik, Projekt- oder E-Business-Management.

Online-Universität speziell für Flüchtlinge

Kiron, eine Online-Universität speziell für Flüchtlinge, wurde von Berliner Studenten ins Leben gerufen: „At Kiron, we believe that everybody has the right to fulfill their potential and improve their life prospects via education. And we know that the obstacles refugees face in accessing education can be overcome. Our vision is to provide millions of refugees worldwide with the opportunity to graduate with an accredited university degree, free of charge. No more time, potential, or lives wasted. Kiron uses an innovative combination of online and offline learning to provide accessible, sustainable, and cost-effective education. To date, we have over 1,000 students, 23 partner universities, and 4 degree programmes. That’s over 1,000 lives changed already.“ Quelle: www.kiron.ngo

Lesenswert hierzu ist ein Beitrag von Spiegel Online sowie ein Beitrag vom Deutschlandfunk.

Studienvorbereitung für Flüchtlinge

Eine kostenfreie Studienvorbereitung für Flüchtlinge wurde in jüngster Vergangenheit durch die Universität Hamburg ermöglicht. Die Studienvorbereitung beinhaltete Sprachkurse, Fakultätsvorstellung, Mathekurse, Eignungstests, Bibliotheksnutzung, Gasthörerschaft und individuelle Beratung. Nach erfolgreichem Abschluss der Vorbereitung konnten sich die Teilnehmer(innen) auf einen Studienplatz bewerben. Ggf. wird dieses Angebot auch in Zukunft fortgesetzt.

Mehr Infos 

Austauschstudiengänge, Vorbereitungs-/Brückenkurse, Gasthörerschaften, Finanzierung

Zu Austauschstudiengängen, Vorbereitungs- und Brückenkursen, Gasthörerschaften sowie zur Finanzierung informiert der Artikel Hilfe & Hürden in der ZEIT online.

Anerkennung von Schul-, Hochschul- & Berufsabschlüssen

Bei Fragen zur Anerkennung von Schul-, Hochschul- oder Berufsabschlüssen verspricht das „Netzwerk IQ“ Hilfe.

Projekte zu Beschäftigungsmöglichkeiten für Flüchtlinge

Mehr Land in Sicht

Das Netzwerk Land in Sicht hilft Flüchtlingen ohne gesicherten Aufenthalt in Schleswig-Holstein, Ausbildungen und Arbeit zu finden. Zu seinem Engagement gehören Beratung und Projekte wie Handwerk ist interkulturell, welches in Gemeinschaft mit der Handwerkskammer Lübeck realisiert wird. Der Verein ist Mitglied im Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein und im Paritätischen Landesverband Schleswig-Holstein.

Jobbörse für Geflüchtete und Arbeitgeber

„workeer“ ist die gemäß eigener Angaben die erste Ausbildungs- und Arbeitsplatzbörse, welche sich speziell an Flüchtlinge richtet: www.workeer.de

Sonderprogramm Bundesfreiwilligendienst

Der Bundesfreiwilligendienst bietet Männern und Frauen jeden Alters die Möglichkeit, sich im sozialen, ökologischen, sportlichen oder kulturellen Bereich, in der Integration oder im Zivil- und Katastrophenschutz für das Allgemeinwohl zu engagieren.

Mit seinem Sonderprogramm stellt der Bund bis zu 10. 000 zusätzliche Plätze im Bundesfreiwilligendienst bereit. Das Programm läuft bis zum 31. Dezember 2018. Die Plätze stehen sowohl deutschen Freiwilligen sowie Flüchtlingen zur Verfügung, die bereits anerkannt oder noch im Verfahren mit sogenannter „guter Bleibeperspektive“ sind.

Siehe hierzu auch diesen Beitrag in der F.A.Z.

"Perspektiven für junge Flüchtlinge"

Mit dem Projekt „Perspektiven für junge Flüchtlinge“ (PerjuF) will das Land junge Flüchtlinge in die Lage versetzen,  eigenständig eine Berufswahl zu treffen und eine Ausbildung aufzunehmen. Ziel ist, ihnen dazu eine Orientierung im deutschen Ausbildung- und Beschäftigungssystem zu geben. Mehr dazu erfahren Sie bei der Arbeitsagentur.

Gesucht – gefunden!

Sie sind Pate/Patin und suchen einen Praktikumsplatz für Flüchtlinge?
Ihr Betrieb bietet einen solchen Platz an?
 Sie möchten Schutzsuchenden den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern?

Dann wenden Sie sich an uns: Wir haben innerhalb unserer Initiative eine Arbeitsgruppe, die sich speziell diesen Themen widmet, gerne weiterhilft und auch über Unterstützung freut.

Kontakt

Interessant für Arbeitgeber und Beratungsstellen

Die Bundesagentur für Arbeit bietet auf ihrer Homepage zur Beschäftigung von geflüchteten Menschen einen Überblick zu den wesentlichen Rahmenbedingungen. Für tiefergehende Informationen oder bei Fragen können Sie sich auch an den Arbeitgeber-Service der Arbeitsagenturen vor Ort wenden oder die gebührenfreie Rufnummer für Arbeitgeber nutzen: 0800 4 5555 20

Der Verein „Charta der Vielfalt“ hat gemeinsam mit der Bundesregierung die Broschüre „Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt!“ herausgegeben. Sie beantwortet die wichtigsten Fragen: Wer darf arbeiten? Welche Einstiegsmodelle und Qualifizierungsmaßnahmen sind für Flüchtlinge möglich? Welche Vergütungen und Zuschüsse erhalten Arbeitgeber, die Flüchtlinge beschäftigen? Welche Erfolgsfaktoren sorgen für eine gute Zusammenarbeit der verschiedenen Kulturen?

Mehr Infos finden Sie hier

Download der Broschüre

Der Caritasverband Osnabrück hat eine Arbeitshilfe zu den Rahmenbedingungen von Praktika herausgegeben. Sie befasst sich damit, unter welchen Bedingungen Asylsuchende sowie „geduldete“ Personen an Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen können. Themen sind u.a. Freiwillige und verpflichtende Praktika, Praktika zur beruflichen Orientierung, Einstiegsqualifizierungen, Freiwilligendienste, Ein-Euro-Jobs.

Weitere Links und Downloads ...

  • Willkommensseiten von Schleswig-Holstein: Hier finden sich viele hilfreiche Informationen und Links zur Thematik.
  • Vorlage: „Einverständniserklärung“ von Flüchtlingen für das Einholen von telefonischen und persönlichen Auskünften durch ihre Paten beim Jobcenter: Download PDF
  • Auskünfte zu betrieblichen Tätigkeiten und Praktika bei Asylbewerbern und Geduldeten erteilt die Bundesagentur für Arbeit unter der zentralen Rufnummer +49 (0) 228 713 2000. Kontaktdaten und regionale Zuständigkeiten des Arbeitsmarktzulassungsverfahrens finden Sie hier.
  • Einen Überblick zu idealtypischen Förderketten zur sprachlichen und arbeitsmarktorientierten Integration von Flüchtlingen finden Sie hier.

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